Versöhnung

Deutsche und Polen standen und stehen auf dem Weg zur Versöhnung vor ganz konkreten und zum Teil unbequemen Wahrheiten: Auch wenn viele der heute in beiden Ländern Lebenden in der Zeit des Zweiten Weltkrieges noch nicht geboren waren, gibt es daneben viele andere, die von den damaligen Ereignissen betroffen, an ihnen direkt oder indirekt beteiligt waren; es leben noch heute in beiden Ländern Opfer und Täter; in Polen gibt es kaum eine Familie, die nicht einen Kriegstoten zu beklagen hatte, auf deutschem Boden Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus dem Osten, die auf das Un­recht hinweisen, das ihnen nach dem zweiten Weltkrieg angetan wurde.

Es stimmt auch, dass unsere Beziehungen durch viele Missverständnisse, Leiden und großes Unrecht belastet waren und es heute oft noch sind. Man darf dies nicht verdrängen, als wäre es nicht passiert. Wir sollten aber aufhören,  darüber zu streiten, wer mehr gelitten hat, und was er dafür als Ausgleich bekommen sollte. Wir müssen optimistisch in die Zukunft schauen und uns dessen bewusst sein, dass das Leben nie frei von Konflikten und verschiedenen Problemen sein wird. Wir müssen lernen, Probleme zu bewältigen und zu lösen. Auf dem Weg zum endgültigen Erfolg wer­den wir noch viel Zeit brauchen. Die Möglichkeit, alle Schwierigkei­ten überwinden zu können, soll uns dabei beflügeln.

Unterkategorien