Kalte Rote-Beete-Suppe

Zutaten: 600 g junge rote Beete, 11/2l Wasser, 3 Essl. Weinessig, Salz, Zucker, 2 Dosen Garnelen, 2 Salatgurken, 3 Stangen Porree, 1 Bund Radieschen, 1 bis 2 Bund Dill, 1/4 l saure Sahne, Saft von 1 Zitrone, frisch gemahlener Pfeffer, 2 hartgekochte Eier.

Zubereitung; Rote Beete schälen und grob raffeln. Mit Wasser bedeckt zum Kochen bringen. 10 Min. sieden lassen. 2 Essl. Essig, Salz und Zucker zufügen, 30 Min. ziehen lassen. Auf ein Sieb gießen, Kochbrühe dabei auffangen. Garnelen und geschälte, entkernte Gurken fein hacken. (Porree, nur das Weiße verwenden) in feine Ringe, Radieschen in Scheiben schneiden, Dill hacken. Sahne mit Zitronensaft in den Beete-Sud schlagen, mit Salz, Pfeffer, Zucker und restlichem Essig abschmecken und alle vorbereiteten Zutaten zugeben. Mit gehacktem Ei garnieren.

Saure Mehlsuppe mit Wurst (Zurek)

Säuern der Sauerteigsuppe: 100 g Roggenmehl mit 1/2 l abgekochtem, warmem Wasser vermischen, eine Prise Zucker zur besseren Gärung dazugeben, evtl. ein Stück Rinde vom schwarzen Vollkornbrot und eine geschnittene Knoblauchzehe. In einen Steintopf oder ein Glas hineingießen, mit Gaze (= dünnes, luftdurchlässiges Gewebe wie Mull) abdecken, für ca. 3 Tage an einem warmen Ort gären lassen.

Zutaten: 250 g Suppengrün, 200 g Wurst, 500 g. Kartoffeln, ½ l Sauerteigsuppe (wie oben angegeben), 20 g Mehl, 1 Knoblauchzehe, Majoran, Salz.

Zubereitung: Suppengrün mit 1/2 l Wasser kochen, dann abseihen. Kartoffeln schälen, in größere Würfel schneiden und in die heiße, etwas gesalzene Suppe geben und kochen bis sie weich sind. Wurst in Scheiben geschnitten dazugeben. Mehl mit einigen Löffeln Wasser verrühren und mit Sauerteigsuppe und mit in Salz geriebenem Knoblauch in den Kartoffelsud geben. Alles noch mal durchkochen. Abschmecken.

Manchmal stehen wir auf

Manchmal stehen wir auf
Stehen wir zur Auferstehung auf
Mitten am Tage
Mit unserem lebendigen Haar
Mit unserer atmenden Haut

Nur das Gewohnte ist um uns.
Keine Fata Morgana von Palmen
Mit weidenden Löwen
Und sanften Wölfen.

Die Weckuhren hören nicht auf zu ticken
Ihre Leuchtziffern löschen nicht aus.
Und dennoch leicht
Und dennoch unverwundbar
Geordnet in geheimnisvolle Ordnung
Vorweggenommen in ein Haus aus Licht.

ihr fragt

ihr fragt
wie ist
die auferstehung der toten?
ich weiß es nicht
ihr fragt
wann ist
die auferstehung der toten?
ich weiß es nicht
ihr fragt
gibt’s
eine auferstehung der toten?
ich weiß es nicht
ihr fragt
gibt’s
keine auferstehung der toten?
ich weiß es nicht
ich weiß
nur
wonach ihr nicht fragt:
die auferstehung derer die leben
ich weiß
nur
wozu Er uns ruft:
zur auferstehung hier und jetzt

Es gibt eine Zeit

Es gibt eine Zeit,
Fragen zu stellen
und sich den Fragen zu stellen.

Es gibt eine Zeit,
von den Fragen loszulassen
und sich fraglos Gott anzuvertrauen.

Es gibt eine Zeit
der wortreichen Gespräche
und eine Zeit
der wortlosen Liebe.

EIN GESCHENK DES HIMMELS

Manche Menschen wissen nicht,

wie wichtig es ist,

daß sie einfach da sind.

Manche Menschen wissen nicht,

wie gut es tut,

sie nur zu sehen.

Manche Menschen wissen nicht,

wie tröstlich ihr gütiges Lächeln wirkt.

Manche Menschen wissen nicht,

wie wohltuend ihre Nähe ist.

Manche Menschen wissen nicht,

wieviel ärmer wir ohne sie wären.

Manche Menschen wissen nicht,

daß sie ein Geschenk des Himmels sind.

Sie wüßten es,

würden wir es ihnen sagen!

Du befahlst

Du befahlst, zu warten und auszuharren in der Kraft,
obwohl du beugtest mich mit der Last,
in den Mühsalen und im Kampf der langen Nacht,
bevor die Morgenröte mit dem Feuer
zu schimmern begann.
Ich wartete auf die Morgenröte,
ich hielt nach dem Morgenrot Ausschau,
und nach den rosa Lichtern.
Ich begehrte das Antlitz deiner Sonne,
deine verkündeten Worte.
Du sagtest, dass du kommst
und durch das Wort wirst uns erlösen,
dass du auf die Burg hinunter steigen wirst,
dass du uns, die Versklavten, befreien wirst.
Du wirst das Gespött von uns nehmen.
Es ist schon nahe der Augenblick.
Du gehst, Gott, goldene Sonne.
Du sendest deine Strahlen weit in den Weltraum,
deine ewigen Stimmen.

Dank für das Leben

Danke für alles
was sich als Leben anbot
wovon ich genommen, genossen
oft unbedacht
Danke für jeden Atemzug
für jeden guten Schritt
für Lachen und Weinen
für das Fest und den Tanz
für das Leuchten der Augen
für aufrichtende Worte
Danke
für das Brot und den Wein
für Wasser und saubere Luft
für guten Schlaf und ruhige Nächte
für Blumen und Früchte
für den Schnee und die Kälte
und für die Wärme im Haus
Ich danke Dir
für Freunde und Nachbarn
für Arbeit und Mühe
Für alles
was sich zur Fülle des Lebens
mehrte
Auch für den Schmerz und die
Ängste
Danke, mein Gott
Für alles, was Leben ist
danke ich Dir

Ein Psalm Davids

Herr,
ich bitte um die Erlaubnis,
vor deinem Altar tanzen zu dürfen.
Der Pfarrer steht auf dem Standpunkt,
ein solches Unterfangen sei töricht
und mit der Würde
des Gotteshauses unvereinbar.
Vielleicht ist er unmusikalisch.
Oder schwermütig.
Ich dagegen habe die Absicht,
mich in angemessener Weise
des Lebens zu freuen,
das du mir geschenkt hast.
Sollte es allerdings so sein,
daß alles eine ernste Sache ist,
dann bitte ich um Entschuldigung
und gelobe, in Zukunft
mit Trauermiene herumzulaufen
und deinen Namen nur noch
im Flüsterton auszusprechen.

Lässliche Sünden

Dreimal beim Beten
unandächtig gewesen.
Am Freitag Fleisch gegessen.
Unkeusche Gedanken gehabt.
Den Gottesdienst geschwänzt.
Einmal mit Achtzig durch die Ortschaft.
Den Wirt um zwei Pils betrogen.
Unser Gewissen
reicht für den Hausgebrauch.
Die Kleinigkeiten sind es,
die uns beunruhigen.
Das schlägt auf den Magen.
Das verdirbt den Appetit.
Wir streichen
die Schreckensworte aus dem Duden.
Wir reißen
einige Seiten aus dem Erdkundebuch.
Wir pflanzen
Heckenrosen und Stacheldraht.
Wir lassen Gras darüber wachsen.
Wir stellen die Schelle ab.
Langsam igeln wir uns ein
mit unseren unkeuschen Gedanken,
mit Kabelfernsehen
und zwei Pils im Kühlschrank.
Vater, vergib uns nicht,
denn wir wissen nur zu gut,
was wir tun.